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  • 242x161.jpgDrei weitere Architektursalons werden demnächst in München, Stuttgart und NRW die Pforten eröffnen. Was Hamburgs Architektenschaft seit Juni an Ausstellungen, Symposien, Diskussionen,  Architekten-Kochclubs und anderen Veranstaltungen geboten bekommt,  wird dann auch in den anderen Städten den Kollegen zugänglich sein.

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    Im Rahmen des Wettbewerbs "Stadt im Wandel – Stadt der Ideen“ sind im Schaufenster des AIT - ArchitekturSalons vom 04.02.2010 bis zum 10.04.2010 alle fünf Preisträger der Wettbewerbsaufgabe “Alles Fassade oder was?” präsentiert. Gefragt waren kreative Ideen für das bisher noch unbebaute Grundstück der historischen Bauakademie in Berlins Mitte.

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  • janstormerJan Störmer heißt AIT in Hamburg willkommen
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Symposium über „Queer Spaces“

queerspaces_142mal242.jpgInternationale Architekturhistoriker, Theoretiker, Architekten und Kulturhistoriker trafen sich am 14./15. November in Hamburg zu einem Symposium über „Queer Spaces“. Der AIT-ArchitekturSalon war Gastgeber dieser Auftaktveranstaltung.
 
 
 
 

 

Queer Spaces – Definitionen eines verdrängten Raumes

 
„Mit dem Symposium „Queer Spaces – Definitionen eines verdrängten Raumes“ betrat der AIT-ArchitekturSalon Hamburg an diesem Wochenende architekturtheoretisches und -historisches Neuland.“ So überschrieb die Tageszeitung (TAZ) am 18. November ihren Bericht von der entsprechenden Salonveranstaltung. – Keine Frage! Das Symposium, das in seiner Form und zumindest im europäischen Kontext keinen Vorläufer hat, war längst überfällig. Während der amerikanische Architekturdiskurs den queeren Raum in den 1990er-Jahren ausführlich thematisiert hat, ist der Raum der Homosexuellen hierzulande immernoch unbekanntes Terrain.
Das sollte sich nun ändern! Mit dem Hamburger Symposium wurde dafür ein erster Grundstein gelegt und das weite Terrain erstmals vermessen. Dazu hatten die Veranstalter ein durchaus bunt gemischtes Vortragsprogramm zusammen gestellt. Mit den Vorträgen von Dr. Wolfgang Voigt und Prof. Dr. Mary Pepchinski wurden zunächst die historischen Grundlagen erarbeitet. Voigt rekonstruierte in seinem Beitrag „Über die verschwiegenen Biografien schwuler Architekten“ vier verschiedene Lebensläufe renommierter Architekten in Zeiten der Verfolgung. Wie ein Arbeiten und Leben – und unter den verschärften Bedingungen des Paragraphen 175 vor allem ein Überleben – aussah, wurde hier mehr als deutlich. Die Strategien hießen Verstecken, Verzicht, schützende Netzwerke oder Nähe zur Macht. Dagegen war der Raum für homosexuelle Frauen in der Geschichte fast schon institutionalisiert. In ihrer Geschichte weiblicher Colleges und Stiftungen näherte sich Pepchinski diesen Einrichtungen und untersuchte deren Wert für das geschützte – weil unverdächtige – Miteinander von Frauen.
In einem zweiten Vortragsblock näherten sich der Architekt Jan Kapsenberg aus Amsterdam und der in Wien lehrende Helge Mooshammer den tatsächlichen Planungs- und Analyseinstrumenten des queeren Raumes. Während Kapsenberg seine am Berlage-Institut entstandene Forschungsarbeit zu schwulen Begegnungsstätten vorstellte und damit eine sehr detailierte Entwurfsmethode aufzeigte, versuchte Mooshammer das dem Cruisen eigene Balancieren auf den Grenzen als mögliche Planungsgrundlage auch für nicht-schwule Architektur- und Stadträume zu interpretieren. Somit ergänzten sich die beiden Vorträge und machten deutlich, dass das Thema auch über den eigentlichen Raum der Homosexuellen hinaus Relevanz besitzt.  
Den letzten Vortrag gestalteten der Stuttgarter AIT-Redakteur Uwe Bresan und der Weimarer Künstler Christian Bomm. Unter dem Titel „Leben im Camp“ verglichen die beiden das Klischee vom design-affinen Homosexuellen mit der Wirklichkeit schwuler Internet-Communities. Zu der folgenden, auch vom Publikum lebhaft geführten Diskussionsrunde wurde zusätzlich Dionys Ottl vom Büro Hild und K Architekten auf dem Podium begrüßt. In der Gesprächsrunde wurden nun auch ganze überraschende Belange der „Betroffenen“ deutlich. So verweigern zum Beispiel die Versorgungsnetzwerke der Architekten nach wie vor, die Auszahlung von Bezügen an Hinterbliebene aus gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. – Ein mittlerweile auch verfassungsrechtlicher Missstand, der in naher Zukunft hoffentlich behoben sein wird.
Der zweite Tag der Veranstaltung begann mit einem gemeinsamen Frühstück in den Räumen des AIT-ArchitekturSalons, bevor die Hamburger Historiker Dr. Gottfried Lorenz und Ulf Bollmann dazu einluden, „Hamburg auf anderen Wegen“ kennenzulernen. Das Ziel der von den beiden organisierten Stadtführung war der Stadtteil St. Georg – und damit das Herz des schwulen Hamburgs. Der Weg dorthin führte an einer Reihe von sogenannten Stolpersteinen vorbei. Die im Bodenpflaster eingelegten und an die Opfer des NS-Regimes ermahnenden Steine, werden in Hamburg auch für Träger des „Rosa Winkels“ verlegt. In St. Georg angekommen, erstaunte dann vor allem die unmittelbare Nachbarschaft von Zentralmoschee und schwulem Wohnprojekt. Gelebter Respekt und die Fähigkeit zum Dialog auf beiden Seiten machen dieses fast einzigartige Zusammentreffen der Kulturen möglich, wie der Journalist und Mitinitiator des Wohnprojektes, Detlef Grumbach, abschließend erläuterte. Damit endete die zweitägige Veranstltung.

Veröffentlichungen zum Thema:
 
 

Über die verschwiegenen Biographien homosexueller Architekten
Dr. Wolfgang Voigt, Frankfurt/M.
Deutsches Architekturmuseum DAM, Frankfurt/M.
 
Um ein künstlerisches Werk zu deuten, ist auch die private Biographie von Bedeutung – dies ist seit Jahrzehnten unangefochtener Standard in der Kunstgeschichte. Was verstünden wir von Hock- ney, Tschaikowsky oder Cocteau ohne das Wissen um ihre Homosexualität? Während es in den USA schon länger möglich und politisch korrekt ist, schwule Architekten der Geschichte und sogar der Gegenwart beim Namen zu nennen, gilt in Deutschland noch das totale Tabu. Wir glauben nicht, das schwule Architekten a priori spezifisch anders entwerfen als ihre Kollegen. Was eher interessiert, ist die Rekonstruktion prekärer Existenzen in den erst vor kurzem beendeten Zeiten der Diskriminierung und Verfolgung. Das Knüpfen stabiler Netzwerke, totale Abschirmung des Privaten oder der Verzicht waren die Bedingungen, unter denen Architekten mit bekannten Namen ihren Beruf ausübten. Nicht Schlüsselloch-Neugier ist das Anliegen, sondern das Wissen um unsere Vorgänger und die Umstände, in denen sie unter konstanter Bedrohung lebten und arbeiteten.
 
Dr.-Ing. habil. Wolfgang Voigt, Architekturhistoriker, geb. 1950 in Hamburg. Architekturstudium Universität Hannover, wiss. Mitarbeiter an der Hochschule für bildende Künste Hamburg 1986-1995, dort Vertretungsprofessur Baugeschichte 1993/94. Seit 1997 stellvertretender Direktor am Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt am Main. Ausstellungen mit Katalogen über Heinz Bienefeld, Helmuth Jacoby, Paul Schmitthenner, Dominikus und Gottfried Böhm u. a., zuletzt: NEU BAU LAND, 2007. Zahlreiche Publikationen, darunter: Atlantropa. Weltbauen am Mittelmeer (1998, 2007). Herausgeber des ersten Gay Guide über Hamburg und Verfasser der ersten „Geschichte der Schwulen in Hamburg“, in Hamburg ahoi (1982).
 


Zelebriert, Verdrängt: Moderne Wohnarchitektur für Lesben, 1870-1950
Dr. Mary Pepchinski, Berlin/Dresden
Hochschule für Technik und Wissenschaft, Dresden
 
Die Ideologie der „Separate Spheres“ (getrennte Handlungsräume für Männer und Frauen) dominierte das bürgerliche Leben zwischen Mitte des 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit entwarfen Architekten Gebäude für eine weibliche Sphäre, darunter Wohnheime und Wohnhäuser für Frauen. Die Architektur dieser Objekte ermöglichte Frauen, die emotionale Verbindungen und sexuale Intimität miteinander wünschten, außerhalb traditioneller patriarchalischer Familien zu leben. Die etablierte Geschichte der modernen Ar- chitektur hat dieses Thema bisher weitgehend umgangen.
 
Prof. Dr.-Ing. Mary Pepchinski, Lehrstuhl Grundlagen des Entwerfens an der HTW Dresden, Promotion zu „Architektur und Gender Studies“ (UdK Berlin, 2004), Aigner-Rollet-Gastprofessur für Frauen- forschung und Gender Studies an der Architektur-Fakultät der TU Graz (Sommersemester 2003), Veröffentlichungen: „From the Woman's Building to Haus der Frau. Weiblichkeitsbilder und Ausstellungsarchitektur zwischen Chicago, Köln und Leipzig, 1893-1914“, in: Anke Köth, Kai Krauskopf, H.-G. Lippert (Hg.): „Building America. Band 3: Kulturexport“ (Dresden, 2008); „Feminist Space. Exhibitions and Discourses between Philadelphia and Berlin, 1865-1912“ (Kromsdorf/Weimar, 2007)
 


Erotic Manoeuvres: Territories of Desire – Ein Toolkit zu Begegnungsbereichen
Jan C. Kapsenberg, Amsterdam
SequenziaDesign / www.seqd.eu
 
Die Studie „Erotic Manoeuvres: Territories of Desire“ („Erotische Manöver – Bereiche der Sehnsucht“) entstand 1998 gemeinsam mit Bart Lootsma am „Berlage Institute“. Untersucht wurden darin die räumlichen Bedingungen und Umstände, die für menschliche Begegnungen und Treffen förderlich sind. Dazu ist vor allem die Gay-Szene fokussiert wurden, weil dort diese Verfahren in kondensierter Art stattfinden – vom ersten Blickkontakt bis zur Verabredung Zuhause oder im Café. Diese Übergänge lassen sich mit den Aggregatzuständen (Aggregation Domain) des Wassers ver- gleichen: Gas, Flüssigkeit und Feststoff. Dem entsprechen räumlich Flanier-, Jagd- und Intimitätszonen, die ihre je eigenen gestalterischen Gesetzmäßigkeiten besitzen. Zur Gestaltung „begegnungsfreundlicher“ Bereiche wurden daraus konkrete Entwurf-Tools destilliert. Es entstand das sogenannte ESOAD©-System („Erotic State Of Aggregation Domain©“).
 
Jan Kapsenberg, geboren 1961 in Geldrop/NL, studierte Architektur an der TU Delft, es folgte ein Post-graduierten-Studium am Berlage Institute. Während der Ausbildung hier erfolgten Untersuchungen zu den räumlichen Effekten und Umstände des „Begegnens“. Dazu erschienen diverse Publikationen, u.a. Jan Kapsenberg: Erotic Manoeuvres, in: Daidalos Januar 1999, p76; Bart Lootsma: Erotic Maneuvers, in: HUNCH #2, Berlage Institute; Jan Kapsenberg: USE.#21: ESOAD©, in: MUTATIONS, Actar Barcelona, p406. Es folgten zahlreiche Vorträge und Workshops in den Niederlanden und im europäischen Ausland. Workshops u.a. „Future Moves“ mit Diller+Scofidio und „Eindhoven 2000+“ mit Alessandro Mendini. Jan Kapsenberg betreibt in Amsterdam das Planungsbüro SequenziaDesign. Beratend und steuernd vertritt er derzeit die Anwohner des Stadterneuerungsgebietes Bijlmermeer.
 


Cruising – Anstöße in der Architektur
Helge Mooshammer, London/Wien
ThinkArchitecture / www.thinkarchitecture.net
 
Cruising, die umherstreifende Suche nach Sex, ist eine bewegende Aufführung von Potenzial. Nicht nur in der unmittelbaren Beteiligung, sondern auch für die Vorstellung von Raum, Gesellschaft und Kultur. Als gleichzeitig lokale wie transnationale Praxis liefert es Anstöße zur Diskussion einer Gestaltung, die sich nicht aus der Perfektion von eindeutigen Analysen und Planungsprogrammen herleitet, sondern im Skriptlosen und Unfertigen eine der grundlegenden Qualitäten für ein Zusammenleben im Raum vernetzter Kulturen ausmacht. 
 
Helge Mooshammer ist Architekt und Mitbegründer der Forschungspraxis ThinkArchitecture (Wien/ London), die in ihrer Auseinandersetzung mit urbanen Räumen und geopolitischen Prozessen künstlerisch-architektonische Ausdrucksmittel wie Entwurf, Foto, Film und Intervention mit theoretischen Arbeiten kombiniert. Seit 2006 leitet er das FWF-Forschungsprojekt Relational Architecture an der Technischen Universität Wien. Er war 2008 Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien und unterrichtet derzeit am Goldsmiths College, University of London. Publikationen u.a.: Visuelle Kultur: Körper-Räume-Medien (Hg., Böhlau, 2003), Cruising: Architektur, Psychoanalyse und Queer Cultures (Böhlau, 2005), Networked Cultures: Parallel Architectures and the Politics of Space (Hg., NAi Publishers, 2008) und Netzwerk Kultur (mit P. Mörtenböck, transcript, 2010).
 


Leben im Camp – Schwule Wohnkultur zwischen Klischee und Wirklichkeit
U. Bresan & C. Bomm, Stuttgart/Weimar
AIT Stuttgart, Bauhaus-Universität Weimar
 
Einer der großen Mythen unserer Gesellschaft besagt, dass homosexuelle Männer ein besonderes Händchen für Inneneinrichtung und Dekoration besitzen. Wesentlich wurde dieser Mythos von Susan Sontags Essay „Anmerkungen zu Camp“ geprägt. In dem 1964 erschienenen Text definierte die Philosophin Camp als die Daseinsform einer neuen, selbstbestimmten und gerade im Entstehen begriffenen Gesellschaftsklasse. Einer Klasse die sich damals vorwiegend aus Homosexuellen rekrutierte und das Erbe der Aristokratie als geschmacksdominierender Schicht in der Folge übernehmen sollte. Nun spricht Sontag aber vor allem von einer Elite, einer „dominierenden schöpferischen Minderheit der modernen Kultur“. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf muss man die Leiter herunterklettern und sich umschauen im durchschnittlichen Wohnzimmer des durchschnittlichen schwulen Angestellten. Sicherlich stehen da, wo sich Kapital ungehindert in Dekor verwandeln kann, die Originale des Camp. In den  Wohnzimmern der meisten Homosexuellen finden sich aber lediglich deren billige Imitate und entsprechende Kunstdruckre- produktionen. Dabei macht der Druck der Notwendigkeiten aus dem Ensemble etwas, das lediglich so aussieht wie und dessen Aura von Eleganz dünner als Kirschfurnier ist.
 
Uwe Bresan, Jahrgang 1980, Studium der Architektur an der Bauhaus-Univerität Weimar von 2000 bis 2008, seit Mitte 2008 bei AIT in Stuttgart, daneben Promotion am Lehrstuhl für Baugeschichte und Denkmalpflege an der Universität Siegen.
Christian Bomm, Jahrgang 1983, Studium der freien Kunst und der Kulturwissenschaften an der Bauhaus-Universität Weimar, tätig als freier Kulturjournalist, Redakteur des „Journal of Culture“ der Galerie Eigenheim, Weimar.
 


Der Blick des schwulen Architekten - Abschlussdiskusion mit Dionys Ottl 
Dionys Ottl, München 
Hild&K Architekten, München
 
Mit einer abschließenden Podiumsdiskussion wird der erste Veranstaltungstag beendet. Dazu wird die Runde der Referenten um den Münchner Architekten Dionys Ottl ergänzt. Ottl betreibt gemeinsam mit Andreas Hild das Münchner Architekturbüro Hild&K Architekten. Ottl wird die vorangegangenen Fachvorträge aus der Sicht eines „Betroffenen“ kommentieren und mit seiner eigenen
Architekturpraxis spiegeln. Wir erhoffen uns dabei Antworten auf die Fragen: Was ist dran an der Zuschreibung: schwul = designaffin? Unterscheidet sich der Blick des schwulen Architekten von dem seines heterosexuellen Kollegen? Und wie sind die Erfahrungen eines „Betroffenen“ in der täglichen Zusammenarbeit mit anderen? Zudem sind alle Referenten eingeladen, ihre Positionen mit Herrn Ottl, untereinander und mit dem Publikum zu diskutieren.
Dionys Ottl, geboren 1964 in Peissenberg. Architekturstudium an der Technischen Universität München. Diplom 1995. Von 1989 bis 1992 Mitarbeit im Büro RRP Architekten. Von 1992 bis 1994 Mitarbeit im Büro KPS Projektsteuerung. Von 1994 bis 1998 Mitarbeit im Büro Hild und Kaltwasser. 1999 Gründung
des Büros Hild&K Architekten gemeinsam mit Andreas Hild. Zahlreiche Gastvorträge und Fachveröffentlichungen in Deutschland. 

 
Glossar

Camp ist eine stilistisch überpointierte Art der Wahrnehmung von
kulturellen Produkten aller Art, die am Künstlichen und der Übertreibung
orientiert ist
. Oft gehören die als „campy“ erlebten Werke der Trivial-
oder Populärkultur an, die hier jedoch nicht (nur) gedankenloser
Zerstreuung dient, sondern eine ästhetische Aufwertung erfährt. Schon
der mit dem Dandytum der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Verbindung
stehende Ästhetizismus (in der Literatur z.B. bei Oscar Wilde)
kann als Vorläufer des Camp angesehen werden, dessen eigentliche Zeit
jedoch in den 1950er und 1960er Jahren anzusiedeln ist. Es besteht eine
gewisse Verbindung zur Pop Art und anderen Kunstrichtungen dieser
Zeit, die auf der Alltagskultur aufbauen. Die Kritikerin Susan Sontag
stellte in ihrem Essay „Notes on Camp“ einen Zusammenhang zwischen
Camp und Homosexualität her.[http://de.wikipedia.org/wiki/Camp_(Kunst)]

Als Cruising wird im Kontext schwuler Sexualität die bewusste, aktive
und gewöhnlich mobile Suche nach einem Sexualpartner genannt.
Der Suchende schaut dabei nach potentiellen Partnern, und achtet auf
Signale, welche das Interesse dieser bekundet. Gleichzeitig setzt er selbst
für Eingeweihte erkennbare Signale mittels Körpersprache, Gesten, Kleidungsstücken
oder sogar systematischen Farbcodes. Cruising ist ein Weg
zur Umgehung der gesellschaftlichen Konvention, welche eine förmliche
Vorstellung oder eine andere Vermittlung durch Dritte bei der Suche nach
intimen Begegnungen mit Fremden erfordert. Oft endet Cruising mit
spontanem, anonymen Sex im Privaten oder der Semi-Öffentlichkeit, ein
Wortwechsel ist dabei in manchen Situationen nicht unbedingt nötig. Im
homosexuellen Diskurs wird es oft als Synonym für den schnellen, anonymen
Sex verwendet. Wenn männerbegehrende Männer cruisen, wird
dies traditionell systematischer und zielgerichteter vollzogen als flirten
unter Heterosexuellen. [http://de.wikipedia.org/wiki/Cruising]
 
Gender bezeichnet das „soziale“ oder „psychologische“ Geschlecht
einer Person im Unterschied zum biologischen Geschlecht (engl. sex).

Der Begriff wurde aus dem Englischen übernommen, um auch im Deutschen
die Unterscheidung zwischen sozialem (gender) und biologischem
(sex) Geschlecht treffen zu können. Gender ist ein von sozialen und kulturellen
Umständen abhängiges Geschlecht; es ist eine soziokulturelle
Konstruktion. Besonders die Gender Studies bestreiten einen kausalen
Zusammenhang von biologischem und sozialem Geschlecht und dessen
Kontinuitätsbestreben. Das soziale Geschlecht wird vielmehr als eine
Konstruktion von Geschlecht (Doing Gender) verstanden. Hierbei geht es
zwar vordergründig um die Zuordnung von Menschen in eine „typisch
männliche“ oder „typisch weibliche“ Rolle, aber auch um den Wert der
Geschlechtsrolle. Gender beschreibt vor allem die Art und Weise, in der
Männer und Frauen sich zu ihrer Rolle in der Gesellschaft selbst positionieren
und wie sie diese Rolle bewerten. [http://de.wikipedia.org/wiki/Gender]
 
Queer ist ein Fremdwort aus der englischen Sprache und bezeichnet
als Adjektiv Dinge, Handlungen oder Personen, die von der Norm
abweichen.
Das Wort wurde im englischen Sprachraum lange Zeit als
Schimpfwort gebraucht, mit dem vornehmlich Schwule, aber auch andere,
die von den heteronormativen Regeln abweichen, bedacht wurden.
Im Laufe der 1980er und 1990er Jahre gelang es den so Bezeichneten
jedoch, dieses Wort im öffentlichen Diskurs einer Neubewertung zu
unterziehen und politisch positiv zu besetzen. Queer ist heute eine Art
Sammelbecken, unter dem sich außer Schwulen, Lesben, Bisexuellen,
Intersexuellen, Transgendern, Pansexuellen, Asexuellen und BDSMlern
auch heterosexuelle Menschen, welche Polyamory praktizieren, und viele
mehr zusammenschließen. Verbindend wirkt dabei die Überzeugung,
dass der Zwang zur Heteronormativität aufgelöst gehört, und dass es
Menschen erlaubt werden sollte, ihre Leben und Sexualleben mit unterschiedlichen
Vorstellungen, sexuellen Identitäten und Geschlechtsidentitäten
in Frieden leben zu dürfen. [http://de.wikipedia.org/wiki/Queer]